TL;DR – Das Wichtigste in 30 Sekunden
- dm und Rossmann verkaufen CBD-Öle und Kosmetik, aber keine CBD-Blüten – aus rechtlichen Gründen
- Getrocknete Hanfblüten gelten seit 2019 laut EU-Kommission als Novel Food ohne Zulassung
- Das BfArM stuft Blüten teilweise als verschreibungspflichtig ein – Apotheken brauchen Rezept
- Das KCanG (2024) regelt nur THC-Cannabis, nicht CBD-Nutzhanf
- Legaler Bezug erfolgt über spezialisierte Online-Shops mit EU-zertifizierten Sorten
Du stehst in der Drogerie, scrollst durch die Regale mit CBD-Ölen – und fragst dich, warum CBD-Blüten bei dm und Rossmann einfach nicht auftauchen. Die Antwort ist komplexer als ein simples „verboten". Wir zeigen dir die rechtlichen Hintergründe, die Rolle der Apotheke und wo du legal und geprüft einkaufst – Stand April 2026.
Laut einer Auswertung des Deutschen Hanfverbands (2025) setzen deutsche CBD-Konsumenten jährlich rund 340 Millionen Euro um – doch weniger als 3 % davon entfallen auf den stationären Drogerie-Handel [Quelle: Deutscher Hanfverband, 2025]. Der Grund liegt tief in der Verschränkung von Novel-Food-Verordnung, BfArM-Einstufung und dem 2024 verabschiedeten Konsumcannabisgesetz (KCanG). Cannabidiol selbst ist nicht das Problem – die Darreichungsform „Blüte" schon.
Inhaltsverzeichnis
- Was dm und Rossmann tatsächlich verkaufen
- Novel-Food-Verordnung: Die EU-Bremse
- BfArM und die Blüten-Frage
- KCanG 2024: Was sich geändert hat
- CBD-Blüten in der Apotheke
- Warum Konzerne das Risiko meiden
- Legale Alternativen für den Bezug
- Ausblick: Kommen Blüten doch in die Drogerie?
Was dm und Rossmann tatsächlich verkaufen
Sowohl dm als auch Rossmann führen CBD-Produkte – allerdings ausschließlich in Form von Ölen, Kapseln, Kosmetik und Getränken mit Hanfsamenöl. Getrocknete CBD-Blüten sind im Sortiment keiner großen deutschen Drogeriekette gelistet, weder online noch stationär.
Die Drogerien setzen auf Produkte, die klar als Kosmetik oder Nahrungsergänzungsmittel eingestuft sind und eine gesicherte rechtliche Grundlage haben. Typisch sind Marken wie Limucan, The Hemp Line oder hausmarken-nahe Hanfsamenöl-Produkte. CBD-Öle bewegen sich hier in einer etablierten Grauzone: Hersteller deklarieren sie oft als Aromaöl, um die Novel-Food-Diskussion zu umgehen.
Das typische Drogerie-CBD-Sortiment
- CBD-Öle (meist 5–10 % Konzentration, als Aromaöl deklariert)
- Hanfsamenöl (kein CBD, nur Omega-Fettsäuren)
- CBD-Kosmetik (Cremes, Balsame, Shampoos)
- Hanf-Lebensmittel (Proteinpulver, Müsli, Tee ohne Blütenanteil)
Novel-Food-Verordnung: Die EU-Bremse
Die Novel-Food-Verordnung der EU ist der zentrale Grund, warum CBD-Blüten nicht im Drogerieregal liegen. Seit Januar 2019 stuft die Europäische Kommission Cannabidiol-haltige Extrakte und Blüten als „neuartige Lebensmittel" ein, für die vor dem Verkauf eine aufwendige Sicherheitsbewertung der EFSA erforderlich ist [Quelle: EU-Kommission Novel Food Catalogue, 2024].
Das bedeutet konkret: Jedes Produkt mit Hanfblüten oder CBD-Extrakten, das als Lebensmittel in Verkehr gebracht wird, braucht eine individuelle EU-Zulassung. Bis April 2026 wurde keine einzige Blüten-basierte Zulassung erteilt. Die EFSA hat zwar mehrere Anträge in Prüfung, verwies aber 2022 auf „datenlage-bedingte Unsicherheiten" bei der Bewertung von CBD-Leberwerten und reproduktiver Toxikologie.

BfArM und die Blüten-Frage
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat in mehreren Stellungnahmen klargestellt, dass Cannabisblüten – auch mit niedrigem THC-Gehalt – potenziell unter das Arzneimittelgesetz fallen können, sobald eine pharmakologische Wirkung suggeriert wird.
Für Drogerieketten ist das ein doppeltes Risiko: Einerseits die Novel-Food-Problematik, andererseits die mögliche Einstufung als nicht zugelassenes Arzneimittel. Beides würde Rückrufe, Bußgelder und Reputationsschäden nach sich ziehen. Das BfArM verweist zudem auf die Grenze von 0,3 % THC nach aktueller Nutzhanf-Definition [Quelle: BfArM, 2024] – selbst zertifizierte EU-Sorten wie Finola oder Futura 75 liegen nur knapp darunter.
KCanG 2024: Was sich geändert hat – und was nicht
Mit dem Konsumcannabisgesetz (KCanG) vom 1. April 2024 wurde THC-haltiges Cannabis für Erwachsene teillegalisiert. Für CBD-Blüten änderte sich jedoch erstaunlich wenig: Sie fallen weiterhin unter die Novel-Food-Thematik und sind nicht Teil des KCanG, das ausschließlich THC-haltige Produkte regelt.
Die häufige Annahme, das KCanG habe „CBD legalisiert", ist ein Missverständnis. CBD war nie illegal – die Blütenform war und ist nur lebensmittelrechtlich ungeklärt. Das KCanG hat diese Lücke nicht geschlossen. Drogerien warten weiterhin auf eine klare bundeseinheitliche Regelung, die bisher weder vom BMEL noch vom BMG vorgelegt wurde.
| Produkttyp | Rechtsstatus | Drogerie-Verkauf | Online-Verkauf |
|---|---|---|---|
| CBD-Öl (Aromaöl) | Grauzone, toleriert | Ja | Ja |
| CBD-Blüten | Novel Food, ungeklärt | Nein | Eingeschränkt |
| CBD-Kosmetik | Kosmetikverordnung | Ja | Ja |
| CBD-Kapseln | Novel Food, ungeklärt | Selten | Ja |
| Medizinal-Cannabis | AMG, rezeptpflichtig | Nein | Nur Apotheke |
CBD-Blüten in der Apotheke: Die teure Alternative
In deutschen Apotheken sind CBD-Blüten grundsätzlich erhältlich – allerdings meist nur gegen Rezept und zu deutlich höheren Preisen als im spezialisierten Online-Handel. Apotheken-CBD-Blüten durchlaufen pharmazeutische Qualitätskontrollen nach GMP-Standard, was die Preise auf 15–25 € pro Gramm treibt.
Die Apotheken-Variante hat klare Vorteile: dokumentierte Cannabinoid-Profile, keine Pestizidrückstände, pharmazeutische Beratung. Nachteil: der Preis und die oft nötige ärztliche Verordnung. Für den alltäglichen Genussbereich ist das überdimensioniert – vergleichbar mit Kamillentee aus der Apotheke statt aus dem Supermarkt.
(Erfahrungsbericht Franky) „Als wir 2019 im Schweizer Hanfanbau-Netzwerk anfingen, habe ich zum Vergleich auch zwei Apotheken-Sorten bestellt. Die Qualität war tadellos – aber 22 € pro Gramm für eine simple Outdoor-Sorte fand ich damals absurd. Genau diese Lücke wollten wir mit Franky's Farm schließen: EU-zertifizierte Sorten, transparente Laborberichte, fairer Preis."
Warum dm und Rossmann das Risiko bewusst meiden
Große Drogerieketten arbeiten mit extrem standardisierten Lieferketten und Compliance-Abteilungen, die jedes Produkt juristisch durchleuchten. Ein Produkt mit ungeklärtem Rechtsstatus wie CBD-Blüten passt nicht in dieses Modell – selbst wenn die Marge theoretisch attraktiv wäre.
Dazu kommt: dm betreibt über 2.000 Filialen in Deutschland, Rossmann über 2.200. Ein Rückruf aufgrund einer überraschenden Behörden-Verfügung würde logistisch und medial enormen Schaden anrichten. Die Konzerne warten, bis eine EFSA-Zulassung oder ein bundeseinheitliches Gesetz Rechtssicherheit schafft. Bis dahin bleibt das Sortiment auf Öle, Kapseln und Kosmetik beschränkt.
Die drei Haftungs-Szenarien im Überblick
- Novel-Food-Verstoß: Bußgeld bis 50.000 € pro Charge
- AMG-Einstufung: Rückruf und strafrechtliche Prüfung
- HWG-Verstoß: Unzulässige Werbeaussagen führen zu Abmahnungen
Legale Alternativen: Wo du CBD-Blüten wirklich bekommst
Wenn Drogerien ausfallen, bleiben spezialisierte Online-Shops die praktischste Option. Seriöse Anbieter arbeiten mit EU-zertifizierten Nutzhanf-Sorten (unter 0,3 % THC), veröffentlichen unabhängige Laboranalysen und deklarieren transparent als Sammler- oder Aromaprodukt.
Achte beim Kauf auf: transparente Laborberichte (CoA), EU-zertifizierte Sorten aus dem Sortenkatalog (z. B. Finola, Futura 75, Kompolti), klare Herkunftsangaben und einen Sitz in Deutschland oder der Schweiz. Die Preise liegen typischerweise zwischen 6 und 12 € pro Gramm – ein Bruchteil der Apotheken-Preise bei vergleichbarer Qualität.
(Erfahrungsbericht Franky) „Bei unserer Indoor-Sorte aus dem Tessin habe ich über zwei Wochen das Trocknungs- und Curing-Verhalten beobachtet. Nach 14 Tagen im Curing-Glas bei 62 % Luftfeuchte waren die Trichome noch intakt, das Terpenprofil – vor allem Myrcen und Limonen – deutlich präsenter als direkt nach der Trocknung. Solche Qualitäten findest du in keiner Drogerie, weil der standardisierte Handel diese Pflege-Prozesse nicht abbildet."
Unser Tipp: Das 5er-Bundle zum Entdecken
Wenn du die Qualitätsunterschiede zwischen verschiedenen EU-zertifizierten Sorten selbst erleben willst, empfehlen wir unser 5er-Bundle aus fünf handverlesenen Sorten. Du bekommst ein repräsentatives Spektrum – von zitrus-dominanten Limonen-Profilen bis zu erdigen Myrcen-lastigen Indoor-Genetiken – inklusive vollständiger Laboranalyse. So kannst du entspannt vergleichen, ohne dich auf eine einzelne Sorte festzulegen.
Ausblick: Kommen CBD-Blüten doch irgendwann zu dm?
Die Wahrscheinlichkeit, dass dm oder Rossmann mittelfristig CBD-Blüten ins Sortiment aufnehmen, ist gering. Selbst nach einer möglichen EFSA-Zulassung für CBD-Extrakte bleibt die Blütenform wegen ihrer Nähe zu Cannabis politisch heikel. Eher realistisch sind erweiterte CBD-Öl-Sortimente mit höheren Konzentrationen oder neue Darreichungsformen wie Tabletten.
Für Verbraucher bedeutet das: Wer Blüten will, bleibt auf spezialisierte Shops oder Apotheken angewiesen. Das ist kein Nachteil – im Gegenteil. Spezialisierte Anbieter bieten in der Regel bessere Beratung, frischere Ware und dokumentierte Qualität. Mehr zur Auswahl findest du in unserem großen CBD-Blüten-Ratgeber oder in der Übersicht häufiger Fragen.
Key Takeaways
- CBD-Blüten fehlen bei dm und Rossmann wegen der Novel-Food-Verordnung und BfArM-Unsicherheiten
- Das KCanG 2024 hat CBD-Blüten nicht neu reguliert – sie bleiben in der Grauzone
- Apotheken führen Blüten, aber zu Premium-Preisen und meist rezeptpflichtig
- Spezialisierte Online-Shops mit EU-Zertifikaten sind die legale Standard-Alternative
- Achte auf Laborberichte, EU-Sortenzertifizierung und transparente Herkunft


